Nachkriegszeit
Erst nach dem Krieg stieg die Bedeutung der Autobahn für Garbsen. Der Blaue See, entstanden durch den Bau der Autobahn, gewann in den fünfziger Jahren an Attraktivität als Erholungsziel, und beidseitig der Autobahn wurden Raststätten und ein Motel eingerichtet. Die Raststätten erschienen in Autobahnführern und machten den Namen Garbsen bekannt.
Die Struktur der Dörfer änderte sich entscheidend nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch die Kriegszerstörungen in Hannover und den Strom von Flüchtlingen, Vertriebenen und Kriegsheimkehrern stieg die Bevölkerungsmenge auch in den umliegenden Gemeinden. Von 1939 bis 1950 verdoppelte sich die Einwohnerzahl im heutigen Stadtgebiet nahezu: sie wuchs von 7.700 auf 14.600 an.
Mit der Zunahme der Bevölkerung entstand um Hannover wie auch andernorts Wohnungsnot. Die großen Wohnungsbauprojekte der Nachkriegszeit in der Landeshauptstadt bezogen auch die Nachbargemeinden mit ein. In den fünfziger Jahren wurde "Heitlingen, die Trabantenstadt im Grünen" geplant und diskutiert, welche aber nicht zuletzt wegen stadthannoverscher Widerstände nie realisiert wurde. Mitte der sechziger Jahre entstand statt dessen die Großwohnsiedlung "Auf der Horst"; eine Demonstrativ-Maßnahme des Bundesministeriums für Städtebau und Wohnungswesen. Die Zusammenarbeit der Stadt Hannover mit dem Landkreis Neustadt und den Gemeinden Garbsen und Havelse wurde durch einen Interkommunalen Vertrag geregelt.
Das Bauprojekt verband die Gemeinden Garbsen und Havelse noch stärker miteinander; sie beschlossen 1967 die Gründung einer Einheitsgemeinde, die den Grundstein zur Standgründung am 17. Juli 1968 legte. Der kommunale Zusammenschluss wurde unter anderem deshalb vorangetrieben, um den Eingemeindungsabsichten der Stadt Hannover mehr Widerstand entgegenzusetzen. Bei der Gebietsreform 1974 wurde die junge Stadt mit den nordwestlich angrenzenden Gemeinden zur Stadt in den heutigen Grenzen vereint.











