Sie möchten mehr zu einem der historischen Stadtteilrundgänge erfahren? Nachfolgend finden Sie eine Übersicht mit allen Terminen und weiteren Informationen zu jedem Rundgang.
Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen pro Stadtteilrundgang begrenzt. Anmelden können Sie sich immer sechs Wochen vor Beginn der jeweiligen Veranstaltung. Eine Anmeldung ist nur online möglich. Telefonische oder persönliche Anmeldungen im Stadtarchiv können nicht berücksichtigt werden.
Termine 2026
© Meier, Hannover, Horst 1976 Stadtteilrundgang 16 | Horst
Dienstag, 17. August 2026
Im vertiefenden Blickpunkt beim Stadtteilrundgang durch Horst steht die Andreaestraße. Bereits 2004 fand eine Ausstellung zum 200. Geburtstag des Namensgebers August Heinrich Andreae (1804-1846) statt, der in Horst geboren wurde und u. a. als Stadtbaumeister in Hannover wirkte. Im Zentrum des Rundgangs stehen ausgewählte Gebäude entlang der Andreaestraße, an denen die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sichtbar werden. Von der ehemaligen Sparkasse und der Volksbank bis hin zu Gaststätten und Einkaufsläden.
Stadtarchiv (Lehmstraße 1) | "Horster Lädchen" | ehem. Restaurant/Apotheke | ehem. Kreissparkasse | Geschäftszeile | Volksbank | Wehde | Stadtarchiv
Anmelden können Sie sich hier.
© Wolf-Dieter Möckel, StAG Slg WDM 1, Nr. 3 Stadtteilrundgang 15 | Berenbostel
Dienstag, 30. Juni 2026
Der Dorfplatz in Berenbostel hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten häufig verändert und wurde mehrmals umgebaut. Dennoch ist er der zentrale Ort in Berenbostel, an dem noch ältere, gut erhaltene Gebäude stehen, aber auch neue hinzugekommen sind. Der Rundgang, der an der Ratsschule startet, nimmt den Dorfplatz in seiner historischen Entwicklung näher in den Blick und beleuchtet die Besonderheiten dieses interessanten Erinnerungsortes.
Ratsschule (Dorfstraße 28) | Dorfstraße | Dorfplatz | Rote Reihe (nördlicher Teil) | Ratsschule
© „privat“, in: Garbsen. Eine junge Stadt, [1971], S. 32/33Stadtteilrundgang 14 | Altgarbsen
Mittwoch, 27. Mai 2026
Der Osterberg hatte und hat für Altgarbsen und die Stadt Garbsen eine große Bedeutung. Der Osterberg lieferte mit seinen reichen Sandsteinvorkommen den grundlegenden Rohstoff für die Hartsteinwerke und dient heute als ein bedeutender Schul- und Sportstandort in der Stadt Garbsen.
Am Osterberge 1 (ehemaliges Rathaus) | Mühlenbergsweg | Streitberg | Sandstraße | Auf dem Spanne | Jahnstraße 1 (Grundschule Osterberg)
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gebietsreform in Garbsen fanden im Jahr 2024 und 2025 historische Rundgänge durch alle Garbsener Stadtteile statt.
Auf dieser Seite sind Informationen und Bilder zu den bereits durchgeführten Stadtteilrundgängen zusammengetragen.
Termine 2024

© Rudolf Guthmann (StAG, Slg. Hav-Neg 3-734), ca. 1969. Stadtteilrundgang 1 | Havelse
Mittwoch, 24. April 2024
Auf dem Bild rechts sehen Sie das Gebäude, welches von 1966 bis 1998 Sitz der Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung war. 1974 wurde hier am 13. Februar der Grenzänderungsvertrag zwischen der Stadt Garbsen, der Samtgemeinden Horst und Osterwald sowie der Verwaltungsgemeinschaft Berenbostel-Stelingen unterzeichnet.
An der Feuerwache 3-5 (ehemaliges Rathaus) | Bäckerei Langrehr | Wilhelm-Langrehr-Stadion | Sperrtor | Im Alten Dorfe
An der Feuerwache (Havelse Rathaus): Durch die Flüchtlings- und Vertriebenenströme nach dem Zweiten Weltkrieg und den Bau der VARTA- und Conti-Werke in Hannover-Stöcken stieg der Wohnraumbedarf in den Gemeinden rund um die weitgehend zerstörte Stadt Hannover. Davon betroffen war u. a. auch Havelse. 1946-1953 stieg die Einwohnerzahl Havelses von 1.838 auf 3.013 an. Eine Vergrößerung der Gemeinde bedeutete auch ein Anstieg an notwendigen Verwaltungsdienstleistungen, weshalb die Gemeinde Havelse 1963 das Grundstück auf dem heutigen Kulturhaus Kalle erwarb. Ein Jahr später wurde der Architektenwettbewerb erfolgreich ausgeschrieben, woraufhin die Bauarbeiten für das neue Verwaltungsgebäude im Jahr 1965 beginnen konnten. Bereits im Dezember 1966 fand die Einweihung statt. Ergänzt wurde das Rathaus um einen eigenen Anbau für die Feuerwehr mit einer ausreichend großen Fahrzeughalle. 1967 ließ sich die Verwaltung der neu entstandenen Einheitsgemeinde Garbsen-Havelse und ein Jahr später der Stadt Garbsen nieder. Das Rathaus in Havelse blieb bis 1974 zentraler Sitz der Stadtverwaltung, bevor das neue Rathaus in Berenbostel als zentraler Sitz genutzt wurde. Von da an verlor das ehemalige Verwaltungsgebäude in Havelse an Bedeutung. In den 2000ern zog vorübergehend der Rocksender „Radio 21“ ein, ehe danach schrittweise die Kunst- und Musikschule sowie zahlreiche Vereine Platz fanden. Künftig werden wieder Teile der Stadtverwaltung wegen des erhöhten Platzbedarfs ins ehemalige Rathaus einziehen.
Die Bäckerei Langrehr kann auf eine Familiengeschichte von gut 170 Jahren zurückblicken. 1852 erbaute der Schäfer Heinrich Struck das Anbauerhaus Nr. 22 in Havelse. Seine Enkelin, Herta Reuter, heiratete 1933 Wilhelm Langrehr. Im selben Jahr eröffnete Langrehr in der ehemaligen Anbauerstelle Nr. 22 die Bäckerei. 1955 verunglückte das Ehepaar Langrehr bei einem tragischen Autounfall, weshalb die Bäckerei zehn Jahre von Nachbarn und anderen Bäckern übergangsweise am Leben gehalten wurde. 1965 dann übernahm Sohn Wilhelm jun. die Bäckerei und führte diese erfolgreich weiter. Nunmehr führt Marco Langrehr seit 1996 die Bäckerei in dritter Generation.
Die Geschichte des Wilhelm-Langrehr-Stadions ist untrennbar mit dem TSV Havelse verbunden. 1912 begannen elf junge Männer in Havelse das Fußballspielen. Der Verein hieß zunächst „Pelikan“ Havelse, was entweder auf den Ball mit Logo des Füllerherstellers oder ein Zeppelin namens Pelikan zurückzuführen ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich der Verein neu und erlebte insbesondere in der Fußballsparte zeitweise große Erfolge. 14 Jahre, von 1975-1989 war der Bäckermeister Wilhelm Langrehr Vereinsvorsitzender, der im Jahr 2000 verstarb. Ihm zu Ehren wurde das Stadion im Jahr 2000 in „Wilhelm-Langrehr-Stadion“ benannt.
1915 begann die Geschichte des Mittellandkanals, der zunächst unter dem Namen „Rhein-Elbe-Kanal“ lief, da dieses Projekt zum Ziel hatte, die beiden genannten Flüsse miteinander zu verbinden. Bereits ein Jahr später entstand das für Havelse typische Sperrtor von 1916. Der Kanal wurde schrittweise verbreitert, so dass 1980 ein paar Hundert Meter weiter die Hasenbergbrücke ausgebaut werden musste, die eine Direktverbindung Havelses mit dem Stadtteil Auf der Horst ermöglichte. Das Sperrtor wurde vier Jahre später, in 1984 demontiert und an der heutigen Stelle, ca. Hundert Meter weiter östlich vom Ursprung wieder aufgebaut.
Die heute noch gut erhaltenen Häuser um den Straßenzug „Im Alten Dorfe“ bilden den historischen Kern Havelses. Die Häuser stellen größtenteils restaurierte Fachwerkhöfe aus dem 18. Jahrhundert dar, auf deren Balken immer noch die Inschriften mit den Erbauern beziehungsweise Inhabern zu lesen sind.

Bis 1998 war das Gebäude der Sitz der Stadtverwaltung.© Rudolf Guthmann (StAG, Slg. Hav-Neg 3-734), ca. 1969. 
Die Gründer des TSV Havelse.© 1912-2012 100 Jahre TSV Havelse, Chronik, Garbsen 2012, S. 5. 
Das Sperrtor von 1916.© Rudolf Guthmann (StAG, Slg. Hav 13-035), Oktober 1962.

An der Feuerwache 3-5 befindet sich heute das Kulturhaus Kalle. 
Regelmäßig finden im Kalle Ausstellungen und kleine Konzerte statt. 
Heute ist der Mittellandkanal eine vielbefahrene Bundeswasserstraße.

© Mirko Bartels, StAG ARS I, Nr. 65. Stadtteilrundgang 2 | Garbsen-Mitte
Donnerstag, 16. Mai 2024 | 17 Uhr
Links sehen Sie ein Bild aus dem Jahr 1996: Blick auf die Agentur für Arbeit (links) und das Polizeigebäude (rechts). Das neue Rathaus war noch nicht gebaut.
Rathaus | Nord-West-Zentrum | Diamantenviertel | Schwarzer See & Stadtpark | Bosse-See
Mit dem Anwachsen der städtischen Bevölkerung wurde ein Ausbau der Verwaltungsstruktur nötig. Es gab Überlegungen, die Standorte Havelse und Berenbostel auszubauen oder ein neues Rathaus zu errichten. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergab, dass der Bau eines neuen Rathauses wirtschaftlicher sei. Durch abgeschlossene Bausparverträge und Aufbringung von Eigenkapital gelang es der Stadt Garbsen, ein modernes und energetisch effizientes Rathaus für 47 Mio. DM zu bauen. Nach der Grundsteinlegung am 17. Juni 1996 und dem Einzug der Verwaltung am 10. November 1997, wurde das neue Rathaus in Garbsen-Mitte am 14. Februar 1998 eingeweiht.
Um dem städtischen Gepräge gerecht zu werden und zu bleiben, benötigte Garbsen-Mitte auch Einkaufsmöglichkeiten. Die Planungen und Diskussionen für ein Einkaufszentrum liefen bereits 1980 an. Die Gefahr eines neuen Einkaufszentrums in Garbsen-Mitte wurde in einer möglichen Abwertung der gerade im Bau befindlichen Musterhaussiedlung und in einer Konkurrenz zum Einkaufszentrum Planetenring in Auf der Horst gesehen. Dennoch sprach sich die Stadtverwaltung und der Rat für den Bau eines Warenhauses in Garbsen-Mitte aus, was die Firma Codan-Bau aus Overath in ein Gesamtkonzept gießen sollte. Codan-Bau sollte ein SB-Warenhaus, ein Textil-Markt und das Stadtzentrum in einem Guss umsetzen. 1983 beschloß der Rat, dass ein SB-Warenhaus („Nord-West-Zentrum“) in Garbsen-Mitte entsteht und das EKZ Planetenring um Textil-Angebote erweitert wird. Eine gegenseitige Konkurrenz sollte dadurch ausgeschlossen werden.
Auf dem Gebiet nordöstlich der Kreuzung Berenbosteler und Havelser Straße wurde ein Wohngebiet, der sogenannte „Euro-Bau“, angelegt. Der „Euro-Bau“ war die größte Musterhausaustellung Europas in den 1970er und 1980er Jahren. In Garbsen wurde sie 1981 fertiggestellt und am 14.08. vor dem Haus Platinweg 1 eröffnet. Als „Filetstück“ oder auch „Schmuckkasten“ bezeichnet, erhielten die Straßen und Gassen im heute noch bezeichneten „Diamantenviertel“ die entsprechenden Namen. Ein Musterhaus wurde zur damaligen Zeit auf etwa 400.000 - 500.000 DM geschätzt. Anfänglich verlief der Bezug dieser Häuser durch Familien recht schleppend. Heute ist das Diamantenviertel gut bewohnt und erfreut sich einer verkehrsgünstigen, aber auch ruhigen Lage mitten in Garbsen-Mitte.
Der Schwarze See ist ein Relikt aus der Ziegelei-Geschichte Garbsens. Auf dem Areal des Sees befand sich ein reiches Tonvorkommen, das die Hannoversche Dampfziegelei zur Ziegelherstellung abgebaut hat. Direkt daneben befand sich das Werk II der Flemmingschen Ziegelei, wie die Hannoversche Dampfziegelei ab 1924 genannt wurde. Nach der Gründung in 1885 bestand diese Ziegelei noch bis zum 7.10.1966, als der letzte gebrannte Ziegel-Rohling das Werk verließ. Ab den 1970er Jahren füllte sich die Tonabbaustelle mit Wasser und bildete den Schwarzen See in seiner heutigen Form. Der See wurde mit dem 1995 eröffneten Stadtpark zu einem Naherholungsgebiet.
Auf dem Areal des Bosse-Sees wurde ebenfalls Ton abgebaut, hier von der Dampfziegelei Schünhoff & Co. GmbH. Diese Ziegelei wurde 1895 gegründet und stellte ihren Betrieb in 1919 ein. Etwa zehn Jahre später füllte sich diese Tongrube mit Wasser und wurde nach dem späteren Besitzer des Areals, Bosse, benannt. Heute wird das Stück zwischen Kastendamm, Meyenfelder Straße sowie der IGS Garbsen als Wohnfläche genutzt.

Blick auf das Nord-West-Zentrum in Garbsen Mitte im Jahr 2000.© Markus Holz | Stadtarchiv 
Das Rückhaltebecken Märchenstraße mit dem Märchenviertel im Hintergrund.© Foto: Wolf-Dieter Möckel | Slg. WDM 4, Nr. 92. 
Blick über die Tongrube (später der Scharze See) und das Werk II der Ziegelei Flemming.© Foto: unbekannt | Alt 2-SW, Nr. 2.

Das Rathaus heute.© Stadt Garbsen 
Das Rathaus bei Nacht.© Lichtstars Knaak | Stadt Garbsen 
Der Stadtpark während des Parkpanoptikums.© Stadt Garbsen

© Wolf-Dieter Möckel, StAG Slg. WDM 3, Nr. 47. Stadtteilrundgang 3 | Berenbostel
Donnerstag, 6. Juni 2024
Rechts zu sehen: Ein Bild aus dem Jahr 1984. Das Gebäude war 1974 bis 1998 neben dem Rathaus in Havelse zweiter Sitz der Stadtverwaltung Garbsens. Heute als Wohnhaus genutzt.
Birkenweg 1-3 (ehemaliges Rathaus) | Kastendamm und Ziegeleien in Berenbostel | Musikschule | Badepark | James-Krüss-Grundschule & Geschwister-Scholl-Gymnasium | Oberschule
Rathaus Birkenweg 1-3: Mit dem Anwachsen der Bevölkerung auch und gerade in Berenbostel reichten die Gebäude in der Dorfstraße Nr. 26 und 28 nicht mehr aus, so dass ein größeres Gebäude für die Gemeindeverwaltung gefunden werden musste. Am 11.11.1968 bekam die Gemeinde Berenbostel den Zuschlag für den Erwerb der Grundstücke Birkenweg Nr. 1 und 3. Die Gemeinde ersteigerte beide Grundstücke für 2,1 Mio. DM und richtete in der Nr. 1 Wohnungen, insbesondere für ältere Menschen, ein. Die Gemeindeverwaltung zog in die dritte bis fünfte Etage im Birkenweg 3 ein. In die frei gewordenen Gebäude in der Dorfstraße zogen ein Schulkindergarten, der Jugendpfleger und Rektor und Lehrer ein. Der Keller im Birkenweg 3 wurde als Kantine und Lagerort genutzt, die erste Etage war mit der Bücherei und Jugendräumen belegt und die zweite Etage mit einer Altenbegegnungsstätte, dem DRK und Ärzten. Die dritte Etage bezogen die Verwaltungsleitung, das Hauptamt und die Schulverwaltung. In der vierten Etage befanden sich die Bauverwaltung und die Kämmerei und die fünfte Etage bezogen die Hausverwaltung und Schüler der Sparkasse. Mit der Gebietsreform 1974 wurde der Birkenweg 1 und 3 komplett für die Verwaltung freigeräumt, so dass dieser Gebäudekomplex das Rathaus der Garbsener Stadtverwaltung wurde. 1998, mit der Fertigstellung des neuen Rathauses in Garbsen-Mitte, zog die Stadtverwaltung aus Berenbostel aus ins neue Rathaus ein. Die Gebäude in der Birkenstraße werden heute als Wohnungen genutzt.
Der Kastendamm in Berenbostel ist mindestens seit dem 17. Jahrhundert existent. In der Kopfsteuerbeschreibung des Fürstentums Calenberg-Göttingen von 1689 wird ein Johann Hermann Reichenau erwähnt, der die Zollstelle „Castendamm“ bewohnte. Später gab es auch eine Gastwirtschaft, die von der Familie Bullerdieck aus Frielingen betrieben wurde. Ebenfalls aus Frielingen kam die Familie Düwel, die als Ökonomen an der Zollstelle im 18. Jahrhundert tätig waren. Auf dem auf der Garbsener Gemarkung gelegenen Teil des Kastendamms wurde 1924 das Werk II der Flemmingschen Ziegelei errichtet. Der Schwarze See, der Berenbosteler See und der sogenannte „Bosse-See“ sind Relikte der Ziegeleien. Es handelt sich um mit Wasser vollgelaufene Tongruben.
Die Gemeinde Berenbostel kaufte zum Zwecke der Naherholung 1962 den „Kohlrautz“-Teich, der seit 1963 „Berenbosteler“ See genannt wird, mit den dazugehörigen Gebäuden. Zunächst wurden die Gebäude verpachtet, unter anderem an einen Gastronomen, der das bekannte „Hotel Seehof“ betrieb. 1967 sollte die Verwaltung den Bau eines Freibades am Berenbosteler See beauftragen, was allerdings verworfen werden musste. Um das Bad zu erreichen, hätte man die B 6 überqueren müssen, was nicht ungefährlich war, und die Wasserqualität gab Anlass zur Sorge, weil es sich um einen mit Niederschlagswasser gefüllten See handelt. Ein besserer Ort konnte an der Ludwigstraße gefunden werden. Hier wurde ein beheiztes Freibad eingerichtet, das die Energie gemeinsam mit der „Westschule“ nutzen kann. Der Landkreis Neustadt ermöglichte Berenbostel durch eine 50%ige Kostenübernahme den Bau eines zusätzlichen Hallenbades, sodass ein zusammenhängender Badepark entstand. Die Eröffnung des Freibades fand am 28.07.1971 und die des Hallenbades am 04.01.1972 statt. 2016 wurde der Badepark aus Altersgründen abgerissen und 2021 wiederaufgebaut.
Mit dem Anstieg der Bevölkerung hat sich auch das Schulwesen in Berenbostel verändert. Grundlage bildete die Volksschule, die sog. „Ratsschule“, in der Dorfstraße. 1966 wurde eine zweite Volksschule in der Melanchthonstraße gebaut, die „Kampschule“. Gleichzeitig wurde am Kronsberg eine Sonderschule errichtet. 1982 wurde die Sonderschule im Hespe neu gebaut und beherbergt heute die „ILMASI“-Schule (=Integratives Lernen mit allen Sinnen). Nachdem der Behelfsbau in der Melanchthonstraße abgebrannt war, zogen die Volks-, später Grundschüler in einen eigenständigen Zweig der Kampschule, der zunächst „Volksschule West“ hieß und bis heute die Grundschule Georgstraße ist. Bereits zwei Jahre später wurde an der Ludwigstraße die erste weiterführende Schule eingerichtet. Es handelt sich um die bereits erwähnte „Westschule“, die als Realschule fungierte. 1972 kamen die Hauptschule und zwei Orientierungsstufen hinzu, die sich einen erweiterten Trakt mit dem Gymnasium teilten. Das Schulzentrum III umfasst heute das „Geschwister-Scholl“-Gymnasium, die „James-Krüss“-Grundschule und die Oberschule mit insgesamt ca. 1.500 Schülern.

Fassadenrenovierung am Rathausgebäude.© Wilhelm Bartling | Slg. Bartling Nr. 48. 
Ehemaliges Schwimmbad in der Ludwigstraße 1971.© Foto: Wilhelm Bartling | Slg. Bartling, Nr. 111. 
Das Schulzentrum III in der Ludwigstraße 1984.© Foto: Wolf-Dieter Möckel | Slg. WDM 3, Nr. 58.

Der Badepark heute von außen.© Stadt Garbsen 
Der Hallenbadbereich kurz nach Fertigstellung.© Stadt Garbsen 
Dorfplatz in Berenbostel heute. © rawpics.de

© Hans Ehlich, StAG Ehl, Diaserie, Nr. 132. Stadtteilrundgang 4 | Osterwald Unterende
Donnerstag, 1. August 2024 | 17 Uhr
Links zu sehen: Ehemalige Molkerei. Entlang der Molkereistraße befindet sich gegenwärtig ein Gewerbegebiet mit zahlreichen Unternehmen.
Grundschule im Schiereck und Feuerwehr | Hof Körber | Alte Molkerei | Osterwald als Hagenhufendorf
Das Schulgebäude in Osterwald Unterende aus den 1930er Jahren erlitt durch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg eine starke Beschädigung, die nach und nach repariert werden konnte. 1946 konnte der Schulbetrieb wiederaufgenommen werden. Aufgrund der noch niedrigen Schülerzahlen bestand bis 1931 ein Schulzweckverband zwischen Ober- und Unterende. Zuvor arbeiteten beide Gemeinden in Schulfragen eng zusammen, was durch die steigenden Schülerzahlen nicht mehr nötig wurde. Allerdings wurde der Schulzweckverband 1961 erneuert: Für die Schüler des neunten Jahrgangs wurden im Hinblick auf die weiterführenden Schulen wieder gemeinsame Strategien entwickelt. Wegen der hohen Zahl an Grundschülern war ein Schulneubau nötig. Die 1966 gegründete Mittelpunktschule wurde an der Robert-Koch-Straße gebaut und die beiden Schulen im Schiereick (Unterende) und an der Hauptstraße (Oberende) wurden zu Außenstellen, in denen die Klassen 1 bis 4 unterrichtet wurden. 1976 bemängelte die Bezirksregierung in Hannover, dass es in Osterwald drei Schulen gäbe, die aus Effizienzgründen zusammengelegt werden sollten. Die Lösung sah vor, dass nur noch die Klassen 1 und 2 in den Außenstellen unterrichtet wurden, wenn den Schülern die Mittelpunktschule zu weit entfernt war. Durch den Mangel an Lehrkräften, Teilzeitregelungen und der Aufsichtspflicht auf dem Pausenhof, musste der Schulstandort „Im Schiereick“ in 2024 schließen.
Die Brandverhütung beziehungsweise das Feuerlöschwesen wurde in den ländlichen Regionen des Herzogtums Calenberg im 17. Jahrhundert forciert. Brände waren besonders in dieser Zeit eine gefürchtete Bedrohung, nicht nur für Mensch und Tier, sondern auch für die Häuser und Wohnstätten, die aus sehr brennbarem Material bestanden. Das Amt Ricklingen hat 1800 eine Feuerspritze angeschafft, die aber für die gesamten Dörfer im Amt Ricklingen zur Verfügung stand. Osterwald Ober- und Unterende schafften sich deshalb 1830 eine gemeinsame Feuerspritze an, die für beide Dörfer verwendet werden konnte, ohne dafür nach Schloß Ricklingen zu müssen. 1832 wurde unweit der Kirche ein Spritzenhaus gebaut. Die verpflichtende Berufsfeuerwehr wurde 1925 durch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Gasthaus Körber abgelöst. 1951 konnte das neue Gerätehaus mitsamt einer Ausnüchterungszelle direkt an der Schule „Im Schiereick“ gebaut werden. 1968 erschütterte ein Großbrand durch Brandstiftung Osterwald. 1971 wurde die bis heute sehr aktive Jugendfeuerwehr gegründet und 1980 das erste moderne Tanklöschfahrzeug angeschafft.
Die „Central-Molkerei Osterwald“ wurde 1911 durch Arthur Wolff aus Hannover gebaut. Die Milch wurde aus den Gemeinden Berenbostel, Frielingen, Meyenfeld, Osterwald Ober- und Unterende sowie Otternhagen geliefert. Etwa nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1969 hatte das Ehepaar Carl und Dora Fette die Molkerei inne, musste sie aber an die Molkerei in Mellendorf verkaufen, weil durch den Strukturwandel in der Land- und Milchwirtschaft viele Molkereien unrentabel wurden. 1971 wurde das Molkereigebäude an den Schmiedemeister Feise verkauft. In den 2000er Jahren wurde das inzwischen verfallene Molkereigebäude abgerissen.
Das Gasthaus Körber geht auf eine Kötnerstelle um etwa 1600 zurück. Diese Kötnerstelle wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt, ehe der Stelleninhaber Heinrich Christian Ludwig August Körber 1869 die Konzession für den Betrieb einer Gast- und Schankwirtschaft erhielt. 1906 wurde ein neuer Backsteinbau errichtet. Im Gasthaus Körber fanden viele Veranstaltungen, Feiern oder Vereinsgründungen statt und es war somit das Zentrum in Unterende. In den 1950er Jahren wurde das Gasthaus modernisiert, in dem einmal wöchentlich auch Kinofilme gezeigt wurden. Die alten Gebäude wurden in den 1970er Jahren durch moderne Neubauten ersetzt. Irene Körber, in siebter Generation Inhaberin, verkaufte 2015 an die Familie Arnecke, die das Hotelrestaurant bis heute führt.
Nach der allmählichen Rodung des Lauenwaldes und Urbarmachung der freigewordenen Flächen wurde das Dorf Osterwald ca. im 13. Jahrhundert nach dem Hagenhufensystem aufgebaut. Dabei bekam jeder Siedler einen senkrecht zur Siedlungslinie verlaufenen Streifen Land von 80 Morgen zugewiesen. Hagenhufendörfer waren Dörfer mit eigener Rechtsprechung, bei denen die Hagenmeister als Dorfvorsteher gewählt wurden. Der Familienname „Hachmeister“, soll wohl auf die Hagenmeister zurückzuführen sein. Ehemalige Hagenhufendörfer lassen sich noch heute an ihren Ortsnamen erkennen: Isernhagen, Otternhagen, Poggenhagen, Langenhagen, … Das Hagenrechtsystem wurde 1697 im Fürstentum Calenberg aufgelöst und dem landesherrlichen Recht und Verwaltung unterstellt.

Schulgebäude im Jahr 1959.© Foto: Hans Ehlich | Slg. Ehl, Nr. 73. 
Einsatzbesprechung am Feuerwehreinsatzwagen.© Foto: Wilhelm Bartling | Slg. Bartling, Nr. 107. 
Milchwagen von Heinrich Tegtmeyer (1957).© Foto: unbekannt | Slg. Bellmer.

Hinweisschild am Osterwalder Ortseingang: Das Dorf der Koppelknechte.© Stadt Garbsen 
Historischer Rundgang 2024 durch Osterwald Unterende.© Stadt Garbsen 
Jugendfeuerwehr Osterwald UE gewinnen die Dt. Meisterschaften.© Stadt Garbsen

© Werner Kaemling, Ders., Leben und Arbeit der Bauern, in Stadt Garbsen (Hg.), Stadt Garbsen. Geschichtliche Entwicklung, Seelze 1978, S. 139-162, hier S. 152. Stadtteilrundgang 5 | Heitlingen
Donnerstag, 15. August 2024 | 17 Uhr
Treffpunkt: Gut Heitlingen | Vor den Höfen 40
Rechts zu sehen: Das Gut geht auf den Beginn des 14. Jahrhunderts zurück und diente als Wasserburg. Heute befindet sich das Gut in privatem Besitz und wird von der Familie Thiele bewohnt.
Rittergut Heitlingen | Ehemalige Volksschule, heute Kindergarten | Heitlingen als Trabantenstadt
Heitlingen wurde urkundlich erstmals 1187 als „Hetlege“ erwähnt, was so viel heißt wie „Siedlung auf freier Heide“. Die Siedlung geht auf den Stammsitz derer „von der Hetlage“ zurück und blieb bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges zur Hälfte in ihrem Besitz. Durch die Einheirat in die reich begüterte Familie Limburg aus Hannover wurde der Zweig „Hetlage-Limburg“ weitergeführt. 1962 entwarf der Heraldiker Brecht das bekannte Wappen Heitlingens. Zehn Jahre später am 07.02.1973 erklärte die Gemeinde Heitlingen durch Ratsbeschluss den Beitritt zum sogenannten Versorgungsbereich VIII (Wasser- und Stromversorgung) und wurde damit Teil der 1974 neu zugeschnittenen Stadt Garbsen.
Das Rittergut Heitlingen wurde 1310 ursprünglich als Wasserburg angelegt, von dem heute noch der Ringgraben um die östlich des Gutes gelegenen Insel zeugt. Johann von Holle baute den Gutshof im 16. Jahrhundert zu einer Art „Lustschloss“ um. Es folgten bis ins 19. Jahrhundert zahlreiche Besitzerwechsel, ehe Löbbecke 1867 einen ersten systematischen Plan des Gutes und des Dorfes Heitlingen entwarf. Um 1920 erwarb der Bankier Dr. Julius Kaspar das Gut und erweiterte es um Seitenflügel, Stallungen und Wirtschaftsgebäude, eine Gärtnerei und eine Mauer und ein Tor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Gutsgebäude Flüchtlinge und Evakuierte untergebracht. Pächter Hausmann verkaufte das Gut 1962 an die Niedersächsische Landesgesellschaft und verpachtete die Ländereien an Heitlinger Bauern. 1976 kaufte die Familie Thiele das Gut, welches bis heute von ihr gepflegt und genutzt wird.
Erstmals nachgewiesen ist ein Schulgebäude im Jahr 1826 mit 33 Schülern. 1867 wurde ein neues größeres Gebäude errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl an Schulkindern auf 48 (1946) und zeitweise auf 79 (1949), was dazu führte, dass die Gemeinde Heitlingen für 72.000 DM ein neues Schulhaus im Jahr 1953 hat bauen lassen. 1965 gewann die Heitlinger Schule einen vom Landkreis Hannover organisierten Wettbewerb „Schule im Grünen“. Im Laufe der Jahre ging die Anzahl der Schüler in Heitlingen kontinuierlich zurück, sodass der Schulbetrieb in 1973 ganz eingestellt wurde. Die Grundschulkinder gingen nun nach Stelingen oder nach Engelbostel. In das leerstehende Schulgebäude zog zunächst ein Kinderspielkreis ein, der von einem Kindergarten und einer Kinderkrippe abgelöst wurde, die heute noch bestehen.
Durch Trabantenstädte sollten nach britischem Vorbild im Nachkriegsdeutschland wachsende Großstädte entlastet werden. Ziel war es, Städte von 20.000 bis 30.000 Einwohner zu schaffen, die ca. 10 bis 30 Kilometer von der Großstadt entfernt liegen und nahezu alle Grundbedürfnisse erfüllen sollten: Wohn- und Arbeitsstätten, wirtschaftliche und kulturelle Angebote und verwaltungsmäßige Einrichtungen sowie eine ausgebaute Infrastruktur. Gerade im Großraum Hannover wurde eine solche Variante Ende der 1950er Jahre diskutiert, bei der Heitlingen zu einer 25.000-Einwohner-Stadt werden sollte. Die Stadt Hannover hat diese Pläne abgelehnt, um nicht an Bedeutung und Einwohnern zu verlieren. Das Engagement der Landeshauptstadt konzentrierte sich auf neue Großwohnsiedlungen, wie beispielsweise der Stadtteil „Auf der Horst“ zeigt.

Neue Stadt Heitlingen, 1959.© Neue Stadt Heitlingen, S. 29 rechts. 
Gut Heitlingen: Innenräume.© Foto: unbekannt | GutHeitF, Nr. 3. 
Plan des Rittergutes Heitlingen (um 1930).© Dorf und Rittergut Heitlingen, S. 14.

Gut Heitlingen heute.© Stadt Garbsen 
Gut Heitlingen: Seitenansicht.© Stadt Garbsen 
Gut Heitlingen: Garten.© Stadt Garbsen

© Werner Kaemling, Ders., Der Spaten schreibt Geschichte, in Stadt Garbsen (Hg.), Stadt Garbsen. Geschichtliche Entwicklung, Seelze 1978, S. 19-26, hier S. 25. Stadtteilrundgang 6 | Auf der Horst
Donnerstag, 5. September 2024 | 17 Uhr
Treffpunkt: Schulzentrum I | Planetenring 7
Links zu sehen: 1965 als Großwohnsiedlung für insgesamt 10.000 Menschen angelegt. Hier fanden viele Arbeitnehmerfamilien der Wirtschaftswunderjahre ihre neue Heimat. Neue Unternehmen siedelten sich im Westen Hannovers an oder erhöhten ihre Produktion (VW, Conti, Varta). Die Landeshauptstadt konnte den ansteigenden Wohnraumbedarf im eigenen Stadtgebiet nicht befriedigen.
Schulzentrum I | Planetencenter | Katholische Kirche St. Raphael | Evangelische Kirche Willehadi
Der Name „Auf der Horst“ geht auf die gleichnamige Flur zurück, auf der die Großwohnsiedlung errichtet wurde. Es handelt sich hierbei um ein „Gestrüpp, stehengebliebenes Unterholz, eine unzugängliche Hecke, die als Versteck dient“. Dieses Areal war kaum besiedelt und diente noch bis in die 1960er Jahre als Weidefläche für Schafe. Auf der Horst kam für die Schaffung neuen Wohnraums besonders gut in Frage, weil nach dem Scheitern der geplanten Trabantenstädte eine günstig gelegene Fläche außerhalb der Stadt Hannover gefunden werden konnte. Die Fläche lag in der Nähe zweier Gemeinden und dicht am nordwestlichen Rand beziehungsweise am industriellen Zentrum der Landeshauptstadt und konnte somit Wohnraum für die Arbeiter schaffen, die maßgeblich zum Wiederaufbau beitrugen. Mit der Leitung der Planungsgruppe war Prof. Eberhard Kuhlenkampff beauftragt, der auch das Modell für die Vergabe der Straßennamen entwarf. Mithilfe einer Sternenkarte, die Kuhlenkampff über den Plan der Siedlung Auf der Horst legte, erhielten die neuen Straßen ihren Namen und konnten mit den entsprechenden Planetennamen versehen werden.
Zunächst entstanden zwei Volksschulen Auf der Horst. Die Volksschule Saturnring (Volksschule „Nord“) nahm 1965 den Unterricht auf und wird seit 1974/75 ausschließlich als Grundschule genutzt. Ihr erster Schulleiter war Karl-Heinz Strehlke, langjähriger Bürgermeister der Stadt Garbsen bis 1981. Die Volksschule Planetenring (Volksschule „Süd“) blieb bis 1974 bestehen und ging in zwei Zweige der Orientierungsstufe auf. Die Realschule wurde 1969 errichtet und erhielt 1976/77 einen Anbau für die Hauptschule. Das Gymnasium bekam 1971 einen eigenen Bau und machte das Schulzentrum I komplett. Analog zu den nach Sternen und Planeten benannten Straßen in der Siedlung Auf der Horst bekam die Hauptschule den Namen „Nikolaus-Kopernikus-Hauptschule“ und die Realschule „Caroline-Herschel-Realschule“. Beide wurden im Rahmen der Schulreform in Niedersachsen 2011 zur Oberschule zusammengelegt. Das Gymnasium erhielt 1988 den Namen „Johannes-Kepler-Gymnasium“ (JKG) und wurde 1997 die zweite Europaschule in ganz Niedersachsen.
Damit Garbsen Stadt werden beziehungsweise 1974 bleiben „durfte“, wurde vom Land Niedersachsen ein „städtisches Gepräge“ erwartet, das Garbsen auch mit dem Bau eines Einkaufszentrums erfüllte. Die bisherigen Ladenzeilen am Orion- und Marshof wurden nicht weiter ausgebaut, sondern durch das Einkaufszentrum Planetenring ersetzt, welches 1972 durch die Planungsarbeiten initiiert wurde. 1973 konnte das Einkaufszentrum eingeweiht werden. Im weiteren Verlauf gab es einen Eigentümerwechsel, sodass die Zukunft des Zentrums ungewiss blieb. Der neue Inhaber ließ an der Südseite einen weiteren Anbau mit verschiedenen Läden anbauen, eröffnete das Einkaufszentrum 2015 neu und gab ihm den Namen „Planetencenter“.
1965 betrug die Anzahl an evangelischen Kirchenmitglieder bereits 5.000, so dass zunächst auf das Gebäude der Saturnringschule ausgewichen werden musste. Ein Jahr später wurde die Willehadi-Gemeinde gegründet und ein Holzmontagebau am Orionhof errichtet. Der Übergangsbau wurde 1968 durch ein stabiles Kirchengebäude abgelöst und 1969 feierlich eingeweiht. 2013 überschattete ein gelegter Brand das Gemeindeleben, indem das Kirchengebäude nahezu völlig abgebrannt war. Übergangsweise fand der Gottesdienst im JKG, in St. Raphael oder im Wilhelm-Maxen-Haus statt, ehe 2014 ein neues Kirchengebäude errichtet werden konnte. Der Turm wurde 2015 fertiggestellt.
Die erste katholische Gemeinde in Garbsen war 1961 die Gemeinde „Corpus Christi“ in Havelse. Diese versorgte die Katholiken Auf der Horst mit, ehe auf einem Pachtgelände am Pottbergsweg 1964 eine Notkirche gebaut wurde. 1968 wurde das Kirchengebäude St. Raphael mitsamt eines Pfarr- und Jugendheims direkt neben der lutherischen Willehadi-Kirche errichtet.

Luftbild von Auf der Horst (ca. 1968).© Foto: Gerhard Dierssen | Alt-5, Nr. 4. 
Wochenmarkt auf dem von-Woyna-Platz.© Foto: Rudolf Guthmann | Slg. Hav. II, 4-473. 
Brand der Willehadi-Kirche.© Foto: Markus Holz | Griff nach den Sternen, S. 58.

Eingangsbereich des Planetencenters.© von Sahr 
Planetenpfad© Stadt Garbsen 
Johannes-Kepler-Gymnasium© Stadt Garbsen

© StAG, Ansichtskartensammlung, AK, Nr. 172. Stadtteilrundgang 7 | Stelingen
Donnerstag, 17. Oktober 2024 | 17 Uhr
Treffpunkt: Grundschule | Stöckener Straße 2
Rechts zu sehen: Die alte Volksschule auf einer um 1905 gelaufenen Postkarte mit dem Titel „Gruss aus Stehlingen“.
Grundschule | Feuerwehr | Gemeindezentrum und Kriegerdenkmal | Stelinger Platz und "Bankenviertel" | Reiterhöfe
Das erste eigene Schulhaus in Stelingen wurde für 8116,50 Mark im Jahr 1881 errichtet und hatte Platz für insgesamt 61 schulpflichtige Kinder. Zuvor wurde in Räumen auf den Höfen der Bauern unterrichtet. 1899 erfolgte ein Um- und Erweiterungsbau, der auch für die Lehrerfamilie Platz hatte. 1949 erfolgte ein weiterer Schulbau, der 2021 abgerissen und neu gebaut wurde. 1972 erfolgte ein weiterer Anbau in sechseckiger Form, so dass alle Räume wie in einer Wabenstruktur miteinander verbunden waren. Auch dieser Anbau musste aus Altersgründen abgerissen werden. 1963/64 entstand auf dem Schulgelände das Lehrschwimmbecken, das nach einer kurzen Stilllegung in 1991 wieder in Betrieb genommen wurde und bis heute genutzt wird. Mit der Schulschließung 1974 übernahm Stelingen die Grundschüler aus Heitlingen.
Stelingen verfügt mit der 1924 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr eine der ersten freiwilligen Wehren im Stadtgebiet Garbsen. 56 wehrfähige Männer kamen im Gasthaus Finke zusammen und sagten dem Feuer den Kampf an. Nach der Neugründung 1945 wurde Siegfried Döbbecke erster Ortsbrandmeister, der anschließend auch Stadtbrandmeister wurde. 1963 wurde das erste Löschfahrzeug angeschafft, ein sogenannter Tragkraftspritzenwagen. Dieses Fahrzeug wird bis heute liebevoll „Julchen“ genannt und kann bei der Feuerwehr Stelingen bestaunt werden. Nach der Gründung der Jugendfeuerwehr in 1977 wurde ein Jahr später das Feuerwehrgerätehaus an der Stöckener Straße eingeweiht, welches über die Jahre, zuletzt 2001, um- und ausgebaut wurde. 1999 wurde der Fahrzeugpark komplett erneuert und schon 2003 kamen die Fahrzeuge bei zwei Großbränden zum Einsatz. Es brannte sowohl im „Haus der Ruhe“ in Meyenfeld und bei der Motorradhandlung „ItalMoto“ in Stelingen, bei denen die Stelinger Feuerwehrleute alle Hände voll zu tun hatten.
Der Gemeinderat in Stelingen beschloss in den 1920er Jahren die Errichtung eines Kriegerdenkmals zum Gedenken an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs. Die festliche Einweihung fand am 27.10.1930 statt, bei der Pastor Häsemeyer aus Engelbostel die Festrede direkt am Denkmal hielt. Während der Rede verstarb Häsemeyer plötzlich und unerwartet. Man vermutet, dass der Pastor selbst Söhne hatte, die im Krieg gefallen sind, und deshalb aus Schwermut verschied. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1959 eine zusätzliche Tafel mit den Gefallenen dieses Krieges angebracht. Das gesamte Denkmal wurde 1986 in das Verzeichnis der Baudenkmale in Niedersachsen aufgenommen und 2007 saniert. Direkt hinter dem Denkmal befindet sich der ehemalige Sitz der Stelinger Gemeindeverwaltung, wie er bis zur Gründung der Verwaltungsgemeinschaft mit Berenbostel in 1970 Bestand hatte.
Der Stelinger Platz ist neben dem ehemaligen Gemeindezentrum beziehungsweise Kriegerdenkmal ein zentraler Punkt im Dorf. Dort befindet sich der sogenannte „Heierpump“, ein damals von der Feuerwehr genutzter Löschteich. Der namenkundliche Ursprung liegt bei den mittelhochdeutschen Wörtern „Heier“ und Pump“, was so viel heißt wie „ein Hirte, der sein Vieh an einem Tümpel bzw. Wasserloch weiden lässt“. Vom Stelinger Platz aus hat man einen guten Blick zum „Bankenviertel“. 1969 wurde sowohl eine Zweigstelle der Kreissparkasse als auch eine Filiale der Spar- und Darlehenskasse eröffnet. Die Gebäude stehen heute noch. Das Sparkassengebäude wird als Wohnhaus, das Spar- und Darlehenskassengebäude als Zahnarztpraxis genutzt.
Stelingen ist heute besonders durch seine vielen Reiterhöfe bekannt. Durch den Strukturwandel von der Landwirtschaft hin zum Industrie- und Dienstleistungssektor mussten nicht wenige Familien ihre Höfe umstrukturieren. Die Bewirtschaftung von Land trat in den Hintergrund und wurde durch ein anderes Standbein ergänzt. Die Familien Dannenbrink und Uelschen richteten zunächst Pferdepensionen ein und bauten anschließend ihren Pferdebetrieb durch große Reithallen aus. Ein weiterer Pferdehof befindet sich Hinter der Worth, der von der Familie Rust betrieben wird. Der ehemalige Balke-Hof wurde seit den 1970ern sukzessive zu einem großen Reiterhof um- und ausgebaut. Am Forstweg im Norden Stelingens befindet sich gegenüber des Fußballplatzes ein weiterer Reiterhof. Die Familie Less betreibt dort seit über 20 Jahren einen Pensionspferdebetrieb.

Das heutige Schulgebäude der Grundschule Stelingen.© Stadt Garbsen 
Der Stadtteilrundgang durch Stelingen im Jahr 2024.© Stadt Garbsen 
Feier zum 100-jähigen Bestehen der Feuerwehr.© Stadt Garbsen

Kriegerdenkmal und Gemeindeverwaltung Stelingen.© Wolf-Dieter Möckel, StAG Slg. WDM 1, Nr. 190 
Schulgebäude in Stelingen.© Foto: Wolf-Dieter Möckel, StAG Slg. WDM 1, Nr. 171. 
Wabenförmiger Anbau für die Schule in 1972.© Foto: Bartling, StAG Slg. Bartling, Nr. 21.
Termine 2025

© Georg Jahn, StAG Slg. Georg Jahn, Nr. 6. Stadtteilrundgang 8 | Schloß Ricklingen
Donnerstag, 24. April 2025 | 17 Uhr
Treffpunkt: Grundschule (Voigtstraße 4-6)
Links zu sehen: Denkmal zur Erinnerung an Herzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg (gest. 28.06.1385) aus dem Geschlecht der Askanier. Albrecht erlitt bei der Belagerung der Wasserburg Ricklingen (Amtshaus in Schloß Ricklingen) schwere Wunden, denen der Herzog kurz darauf erlag.

© Frielingen. Ein Dorf verändert sich. 1351-2001, hg. im Auftrag des Arbeitskreises Dorfchronik Frielingen von Norbert Görth, Bielefeld 2001, S. 263. Stadtteilrundgang 9 | Frielingen
Donnerstag, 15. Mai 2025 | 17 Uhr
Treffpunkt: Dorfapotheke | Bürgermeister-Wehrmann-Straße 15
Rechts zu sehen: Die sich seit 1983 in Frielingen befindliche Apotheke war ein verfallenes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1693. Die Apothekerfamilie Dr. Stark hat dieses Haus aus Wetschen bei Diepholz ab- und in Frielingen wieder aufgebaut.

© Freytag, Anton, Garbsen in alten Ansichten, ZaltbommelNL 1978, o. S. Stadtteilrundgang 10 | Altgarbsen
Donnerstag, 12. Juni 2025 | 17 Uhr
Treffpunkt: Grundschule Osterberg | Jahnstraße 1
Links zu sehen: Das Kirchenschiff in der heutigen Form wurde nach einem Neubau 1843 errichtet. Der heutige neugotische Turm wurde 1907 gebaut.

© Müller, Mechthild; Müller, Ulfrid, Die Kirchen in Garbsen. Teil 1 Die alten Kirchen Atgarbsen, Horst, Osterwald, Schloß Ricklingen (Schriftenreihe zur Stadtgeschichte, Heft 5), Garbsen 1994, S. 31. Stadtteilrundgang 11 | Osterwald Oberende
Donnerstag, 31. Juli 2025 | 17 Uhr
Treffpunkt: Feuerwehr, Hauptstraße 343a
Rechts zu sehen: Zunächst als Holzkapelle dienend, wurde die Osterwalder Kirche im 13. Jahrhundert errichtet und im 18. Jahrhundert im Barockstil erneuert. Trotz wesentlicher nötiger Umbau- und Renovierungsarbeiten bleibt die barocke Prägung der Kirche erkennbar.

© StAG, Ansichtskartensammlung, AK, Nr. 216. Stadtteilrundgang 12 | Meyenfeld
Donnerstag, 28. August 2025 | 17 Uhr
Treffpunkt: Dorfplatz | Leistlingerstraße
Links zu sehen: Auf der 1926 gelaufenen Ansichtskarte „Meyenfeld i. Hann.“ ist der charakteristische Dorfplatz mit dem Kriegerdenkmal und dem alten Schulgebäude (heute Atelier Rinkleff) gut zu sehen.

© Ulfrid Müller, StAG, L 073, Nr. 51. Stadtteilrundgang 13 | Horst
Donnerstag, 25. September 2025 | 17 Uhr
Treffpunkt: Stadtarchiv | Lehmstraße 1
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Rechts zu sehen: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts befindet sich dieser massive „Erdholländer“ in Horst und wurde von der Müllerfamilie Koopmann erbaut. Die Flügel sind 1923 abgenommen worden und durch einen Motor ersetzt. Die Mühle befindet sich in Privatbesitz. Sie kann seit 2014 u. a. als Ort für standesamtliche Heiraten genutzt werde