Das Dritte Reich: Nationalsozialismus in Garbsen
Anders als bei der Weimarer Republik lässt der Blick in die Gemeinderatsprotokolle der Dörfer einen politischen Einschnitt immerhin erahnen: Soweit sie vorhanden sind, erfährt man aus ihnen, dass Kreisleiter Winter im Auftrag NSDAP im Jahr 1938 an den Sitzungen teilnahm und die Gemeindevorsteher absetzte oder bestätigen ließ. Ansonsten erfährt man aus den Protokollen recht wenig. Das Stadtarchiv besitzt eine Materialsammlung zum Thema "Kriegsgefangene in Garbsen im Zweiten Weltkrieg" und weiterführende Literatur.
Ein wichtiges Ereignis mit lokaler Bedeutung war der Bau der Autobahn. Am 23. September 1933, kein halbes Jahr nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten, erfolgte der erste Spatenstich zum Bau der Autobahn. Als die "Straßen des Führers" wurde die Autobahn als geniale Idee Adolf Hitlers vermarktet. 1935 erfolgte die Vorbesprechungen über Linienführung der Reichsautobahn im Garbsener Gebiet. Die Oberste Bauleitung in Hannover beteiligte die Gemeindevorsteher von Marienwerder, Havelse, Garbsen und Schloß Ricklingen daran. Die Bevölkerung profitierte durch Landverkäufe und Vermietung an Arbeiter am Bau der Autobahn.
Das durch Garbsen führende Teilstück der heutigen Bundesautobahn 2 wurde im Dezember 1938 eröffnet. Beim Baden im neuentstandenen Blauen See beobachteten Garbsener Schüler im kommenden Sommer Militärkolonnen auf dem Weg nach Osten: der Kriegsbeginn kündigte sich an.
Für Truppen- und Gefangenentransporte nahm die Autobahn aber im Gegensatz zur Eisenbahn keine kriegswichtige Rolle ein.











